Freitag, 30. März 2012

Kinder und Fisch

Wieder gibt es Fisch am Freitag bei Andiva

Meine neuen Fische warten noch auf einen Fototermin - daher heute noch einen Nachtrag zu meinen gestrigen Artikel:


Ein großer Fisch als Boot trägt Einen sicher über jedes tiefe Wasser.



Und ich frage mich, das dort oben ist doch von einem Fisch, oder? Aber dieses "Knöchelchen" ist gut 10cm breit - was für ein Fisch war das??? Und woher hat ein Kind so was?? Und wie sieht die gesamte Gräten aus? Sagt man dann noch Gräten?

Wer mehr über die Ausstellung lesen mag, hier der direkte Link!

 Ein schönes Wochenende allerseits!

Donnerstag, 29. März 2012

Ich komme als Blümchen wieder - Kinderkulturprojekt in Bremen

Letztes Wochenende in Bremen bin ich über eine Ausstellung im Rathaus gestolpert.
Zuerst nur vom Titel fasziniert, wurde der Sog der Arbeiten immer größer, bis mich mit Handy Erinnerungsfotos machend wider fand.


Und nachdem der phänomenologische Frühling hier im Norden noch auf den großen Durchbruch wartet, nutze ich dieses Bild auch noch zum Aufhänger für Luzia Pimpinellas "Beauty is where you find it", heute das Thema "Grün"
Und auch wenn die Fotos nicht die schönsten sind, liegt mir das Thema genug am Herzen, um Euch so her zu locken:
Denn dieser Drache aus Kinderhand ist eine Urne.

Urnen

500 Kinder und Jugendliche im Alter von 4 bis 17 Jahren plus eine Seniorengruppe haben sich in unterschiedlichen künstlerischen Sparten und Projekten mit dem Tod, mit dem Leben mit und nach dem Tod und mit dem Abschied beschäftigt.
Ein Thema mit einem großen gesellschaftlichen Tabu! - Verständlich,  ist es doch sehr schmerzlich vom Leben zu lassen, jemanden zu verlieren.
Aber die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod nimmt viele der Gedanken, die einem im Angesicht des Sterbens in den Sinn kommen und dann übermächtig sind, vorweg.

 Unten sind durch kleinen Gucklöcher Paradiesblicke zu erhaschen.

Man kann dem Tod seinen Schrecken nehmen, ihn sogar zum Hampelmann machen, oder wie die Südamerikaner ihn in Form von Süßspeisen vernaschen.


So sind traditionell auch Totenköpfe zu sehen, als Tattoo oder anderen Abbildungen. Es funktioniert wie ein Amulett: Wenn ich den Tod schon bei mir habe, muß er nicht mehr zu mir kommen. Seefahrer haben sich zB so geschützt.

Dem "coolem Tod" eine Botschaft oder Frage schicken

Das soll keine Respektlosigkeit gegenüber dem Schmerz sein. Im Gegenteil: hat man sich ein Bild, eine Vorstellung vom Sterben gemacht, hat man mehr Raum für das wirklich wichtige Gefühl. Platz zum Trauern und Verabschieden.
Aber auch hier helfen Rituale und Gegenstände, die unsere Gefühle fokussieren, ihnen Zeit und Raum geben.

Sich eine Totem schaffen, der einem zur Seite steht

Bildunterschrift hinzufügen

Dinge, die man verpasst hat nachholen

Jedem Gebet ein sichtbares Zeichen geben

Den eigene Grabstein schaffen - im positiven Sinne



Dem Engel eines geliebten Haustieres eine Form geben.

Traumfänger zur Kontaktaufnahme


Das Leben geht weiter - für die, die hier bleiben auf jeden Fall. Und das Leben hat ebenfalls seine Platz in diesem Wechselspiel von kommen und gehen.
Für mich ist es eine Erleichterung mich in guten Stunden mit dem Tod zu beschäftigen. Und diese Projekte haben mit viele Anregungen gegeben, was ich noch alles tun kann.

Und manchmal scheint einem das Leben Zeichen zu geben, so wie auf diesem Bild, wo das Sonnenlicht die Modelle von Särgen symbolisch untermalte.


Die Ausstellung mit noch viel mehr tollen Arbeiten ist noch bis zum 29. März 2012 in der unteren Rathaushalle und im Bibelgarten am St. Petri Dom in Bremen zu sehen.  Zum Link zum Projekt hier Klicken

Mittwoch, 28. März 2012

Mokumé Gane Trauringe 750 Gold + Shakudo - Making off 3

Heute nun der letzte Tag der Herstellung von Eheringen mit Mokumé Gane. Ob sie heute fertig werden?
Zur Erinnerung. Hier sind die beiden ersten Tage:

Mokumé Gane Trauringe 750 Gold + Shakudo - Making off 1

Mokumé Gane Trauringe 750 Gold + Shakudo - Making off 2


Als erstes werden die beiden zusammengebogenen Ringe gelötet. Durch die schräge Lötnaht ist das meist etwas Trickreich, ich muß eigentlich eine Pinzette in der linken Hand halten, keine Kamera... So werden Fotos unscharf...


Die gelöteten Ringe werden nach dem Abbeizen ganz rund geschmiedet.


Sieht doch schon gut aus . Das wird bestimmte in kurzer Tag, denkst du?
Nein, leider nicht.  Jetzt kommt das "schöne" und bei kaum einem Goldschmied beliebte Versäubern.


Was so einen simplem Namen hat, besteht aus den vielen - bei jedem Schmuckstück nötigen - Schritten, die Oberflächen von den Bearbeitungsspuren zu befreien und dem Stück den richtigen Glanz zu geben.


Also erst ein glatte Oberfläche feilen, dabei gebe ich den Ringen auch die gewünschte Profilform, diese dann verschmiergeln. Und zwar mit unterschiedlichen Schmirgelpapier, zb von Körnung 240 bis 1200 als Vorbereitung für das Polieren.


Hier sind die Ringe außen fertig und werden noch innen versäubert. Dafür gibt ein feines elektrisches Handstück. Dahinter liegt eine der Schmiergellatten, mit denen ich die Ringe außen versäubere.


Innen werden die Ringe poliert.
Man sagt übrigens neckend zu jedem Lehrling, daß das Versäubern so lange dauert, wie das restliche Herstellen eines Schmuckstücks. *seufz*-  leider ist da ein Körnchen Wahrheit drin.


Außen matteire ich die Ringe mit einem Scotch-Fließ. Fast fertig!
Aber man sieht ja Nichts vom Muster???


Das Shakudo ist ja eigentlich von einer goldigen Kupferfarbe. Nur das es sich beim Tragen in dunkelbraun-schwarz einfärbt. Um diese Farbung schneller zu erreichen, greift ich in meine Hexeküche: etwas Wasser mit einer guten Priese Salz und einem Schuß Amoniak aufkochen lassen und die Küche fluchtartig verlassen!


Ein erster Endruck nachdem die Ring ein paar Minuten in dem Dampf hingen.


Und hier unser Paar beim Starfotografen!


Vielen dank, daß ihr so lange durchgehalten habt!

Dienstag, 27. März 2012

Mokumé Gane Trauringe 750 Gold + Shakudo - Making off 2

Gestern habe ich den ersten Tag der Herstellung von Eheringen mit  Mokumé Gane beschrieben. Hier kann man es nachlesen.
Und wie man sieht beginnt die Arbeit ähnlich wie am Vortag. Die erste Schichtung besteht aus 7 Schichten, davon 2 in 750/ooo Rotgold, abwechselnd mit 2 mal 750/ooo Gelbgold und zwischen dem Gold 3 Schichten Shakudo.


Für das Muster in dem Herrenring war dies ausreichend, da das Muster nicht zu fein sein soll. Aber für den Damenring sollen es nun mehr Schichten werden. Daher werden erneut vier Schichtungsbleche plan gerichtet, fein geschmirgelt, entfettet und verschweißt.


Immer ein aufregender Moment! Hat jemand trotzdem mitgerechnet?


Jetzt sind es 28 Schichten, die nach dem erfolgreichen Verschweißen und abbeizen geschmiedet und gewalzt werden.


In diesen Blog wird nun eine Berg- und Tal-Landschaft gefräst. Dabei werden die verschiedenen Schichten angeschnitten.


Wird das Blech nun dünner geschmiedet oder gewalzt, dann kommen diese angeschnittenen Schichten als Muster an die Oberfläche.


Zur Kontrolle habe ich beide Streifen einmal geglüht und abgebeizt, dabei kann man einen ersten Eindruck von dem Mustern erhaschen.


Nun wird gerechnet und genau die richtige Länge für die jeweilige Ringgröße abgesägt. Dabei setzt ich die Lötnaht schräg. Das erhöht zum einen die Stabilität der Lötung und sie verschwindet fast im Muster.


Die Streifen werden zu Ringen geformt. Aber so, daß an der Lötnaht die Schnittflächen parallel sind.


Dann werden die Ringe einer nach dem anderen mit Goldlot verlötet.
Und schon wieder ist fast ein ganzer Tag vorbei.
Was? Schon?
Naja, ich habe nur die interessanten Schritte festgehalten und wollte mich nicht zu viel wiederholen!

Zudem müssen auch noch ein paar E-Mails beantwortet werden und eine Entwurfszeichnung angefertigt werden!

Demnächst geht es hier weiter!

Montag, 26. März 2012

Mokumé Gane Trauringe 750 Gold + Shakudo - Making off 1

Für einen Montagmorgen-Einblick in die Werkstatt ist es heute Abend zu spät. Daher gibt es nun endlich einen ausführlichen Blick in die Herstellung eines Paar Trauringe in der Mokumé Gane Technik:

 
Dieses Paar besteht aus 750 Gelbgold, 750er Rotgold und Shakudo mit 7% Goldgehalt. 
Zuerst werden die Bleche zugerichtet, so daß sie gleich dick, gleich groß und die Oberflächen ganz, ganz fein geschliffen und plan sind. Ist man hier nachlässig, gibt es später Luftblasen und schlecht verbundenen Schichten. 
An manchen Tagen schleife ich mir daher schon mal - im wahrsten Sinne des Wortes - die Finger wund.


Die Oberflächen werden dann noch gereinigt, dann sie müssen auch staub- und fettfrei sein.


Dann baue ich um die gestapelten Bleche eine Art Esse mit Lötkohle. Damit simuliere ich eine große Schmiedeesse, bzw arbeite ein bisschen wie ein Goldschmied im Mittelalter.

Nur daß ich nicht mit einem Blasebalg, sondern mit dem Lötrohr die Schichtung zum Verschweißen bringe. Die Kohle hilft dabei nicht nur die richtige Hitze zu erzeugen, sondern verhindert auch eine hinderliche Oxidation.


Erfolgreich verschweißt - auch wenn es etwas krumm aussieht! - wird der entstandene Blog versäubert und gewalzt.


Bei diesen Ringen geschieht nun etwas ungewöhnliches. Das Paar war sich nämlich nicht über das Muster einig. Daher teilen wir den Blog nun in zwei Teile. Eine Hälfte für sie, eine Häfte für ihn!


Seinen Teil des Mokumé Gane Blogs wird acht-eckig geschmiedet und dann verdreht.
Was jetzt so einfach aussieht bedeutet: Ausglühen, damit das Metallgefüge weich, bzw biegsam wird. Abschrecken, abtrocknen, einspannen, verdrehen, bis ein deutliche Härtung des Metalls zu spüren ist - was schon nach einer halben Umdrehung sein kann, ausspannen und wieder von vorne.


Das Verdrehen braucht Kraft und sehr viel Feingefühl gleichzeitig. Denn wie so oft, gilt auch hier:  Nach fest, kommt ab...


Jetzt hab ich wieder die kleinen Schritte des Walzens nicht fotografiert- da geht es aber auch mit Glühen, Abbeizen und Walzen in mehreren Schritten vorwärts. Auf dem kürzeren Stück sieht man ganz leicht das entstandene Muster! Das Arbeiten mit Mokumé Gane macht es immer spannend, wohl auch weil man erst ganz am Ende das Muster wirklich gut sieht!


Aber nun zu dem Muster für sie! Sie wollte nämlich ein Holzmaserung-Muster. Dafür brauche ich mehr Schichten. Daher wird ihr Teil in vier gleichlange Teile geteilt.

Aber um einen realistischen Eindruck zu vermitteln, mache ich hier eine Pause. Denn im realen Goldschmiedeleben, wäre jetzt ein Arbeitstag zu ende - zugegeben, mit ein, zwei E-Mails und etwas Buchhaltung und in japanischer Ruhe und Versunkenheit, aber eindeutig zu ende!
Sicher ich kann inzwischen die Mokumé-Ringe auch schneller und mit Überstunden arbeiten. Aber es ist eine sehr anstrengenden Arbeit. - Ihr erinnert euch zB an die fein-geschmirgelten Bleche? Man kann das kaum darstellen, aber ich sitze oft über eine Stunde an einer einzigen ständig wieder kehrenden Bewegung.

Daher geht es hier das nächste Mal weiter!

Donnerstag, 22. März 2012

Spaß wie Bolle - Selbstportrait

Bei der wundervollen Seite von Luzia Pimpinella gibt jeden Donnerstag ein Thema zum Fotografieren.
"Beauty is where you find it"
Diese Woche "Spaß wie Bolle"


Das Bild ist schon ein Jahr alt. Ich habe schon öfter im Laufe eines Jahres Spaß wie Bolle, jerade als en Berlina!
Warum dann gerade diese alten Bilder?
Das liegt ein bisschen an der von Cat und Kascha ausgegangenen Diskussion.

Aber ich hole mal ein bisschen aus:
Ich liebe lange Haare! Bei Frauen und bei Männern. Es kann gar nicht zu lang sein.
Und ich würde es auch an mir lieben. Auch je länger - je lieber.

Aber meine Gene haben anscheinend etwas dagegen. Jedenfalls werden sie nicht länger als - wenn ich die Locken glatt ziehe - bis gerade so zum ersten Rückenwirbel. Das reicht bei dünnen Haaren nicht mal für nen Pferdeschwanz!
Daher war die Freude groß, als ich mir zum Jux so eine Haarteil ersteigert habe - nen richtig Gutes, was auch nach was aussieht.
Und ich schwelgte - wie man sieht - in voller Haarpracht. In dem Gefühl, die Mähne nach hinten schweißen zu können oder verführerisch eine Strähne hinters Ohr zu streichen.
Geil! Geil! Spaß! wie Bolle!

So viel Spaß, wie mein Mann hatte, als er jetzt zum Frühlingsanfang in der Garage stand, eingehüllt vom Qualm und Lärm seiner 2 (!) Motorräder, die er  - bestimmt eine halbe Stunde lang (!) - abwechselnd aufheulen ließ. Und sie dabei selig grinsend mit einem Tuch streichelte.

Das sind auch Geschlechterrollen, mit viel Spaß an der Freude.

Egal, ob wir diesen Rollen immer entsprechen wollen oder können.
Ich schminke mich selten, mein Rocker hat einen äußerst weichen Kern, ich kann besser Internet, er hat mir vorhin die Abschlüsse der Tarifverhandlungen bei Becks erklären müssen.

Ich glaube, jeder sollte ein positives (Selbst-) Verständnis für seine Rollen entwickeln. Sie lieben und hegen.
Und auch über das Geschlecht hinaus, denn es gibt viele Rollenbilder!

Aber überall, wo eine solche Rolle benutzt wird, um Jemanden auszunutzen, Macht und andere Formen der Gewalt aus zu üben, müssen wir Widerstand leisten. Bei uns, bei Anderen.

Und wenn jetzt jemand im Hintergrund, die Glocken vom Schöneberger Rathaus hört - ja, das hat etwas damit zu tun. Jeder ist für seine Freiheit und die Freiheit seine Umwelt verantwortlich.

Und Weggucken, ein-Igeln, Jammern bringt leider gar keine Veränderung.

Das ist schwer. Und auch ich bin keine so große Kämpferin, daß ich im Großen aktiv werden kann. Aber wenn jeder ein bisschen tut, dann wird es zusammen viel.

Daher wird dies kein reiner "Heile Welt"-Blog.

Aber ich hoffe, ein Blog mit trotzdem viel, viel Spaß!

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